Die Kirchengemeinde

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Schnega erstreckt sich über den Ort Schnega hinaus auf 22 Dörfer. Dazu gehören 4 Kapellen in den Orten Nienbergen (Gemeinde Bergen an der Dumme), Thune, Müssingen (Gemeinde Soltendieck) und Schäpingen. Drei der Dörfer befinden sich im Landkreis Uelzen. Seit 2005 ist Schnega pfarramtlich mit der Kirchengemeinde Bergen verbunden. Das Pfarramt erst recht sich jetzt über insgesamt 30 Ortschaften mit Distanzen bis zu 18 km auf einer Fläche von etwa 100 Km². Der Sitz des Pfarramts mit der Wohnung des Pastors ist im Pfarrhaus in Schnega.

 

Kirchen und Kapellen

Die Kirche St. Michaelis war ursprünglich ein Feldsteinbau mit Balkendecke, im oberen Teil mit Ziegeln aus dem 12. Jahrhundert. In den Jahren 1912/13 wurde die Kirche unter Leitung des Konsistorialbaumeisters Sasse im Jugendstil weitgehend neu erbaut. Der spätgotische polygonale Chor sowie das Untergeschoß des Turmes aus Feldsteinen blieben erhalten. Die Kirche bestimmt durch ihre zentrale, etwas erhöhte Lage das Ortsbild von Schnega.
Urkundlich 1263 erwähnt, war Schnega bis zur Reformation Propstei des Bistums Verden an der Aller. Das Patronat wurde seit 1302 vom Kloster Diesdorf (Altmark), später von der Adelsfamilie von Bodendiek, und seit 1678 bis heute von der Familie der Freiherrn Grote ausgeübt.

Spätgotischer, dreiteiliger Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert, eines der bedeutendsten Werke mittelalterlicher Plastik im Wendland im rippengewölbten, ausgemalten Chorraum. Barocker Kanzeldeckel (1715). Kleines Sandstein-Epitaph in Renaissanceformen für die 1604 verstorbene Maria Rexa von Bodendiek. Außen am Chor befindet sich der gut erhaltene Grabstein des Ludolph von Bodendiek (1628).

Die von Emporen gesäumten drei Schiffe der Kirche vereinigen in ihrer gediegenen Ausstattung alte Stilelemente mit denen der Jahrhundertwende. Die Orgel (II/20) wurde 1983 mit optischen und klanglichen Elementen des spätromantischen Vorgängerinstrumentes von Furtwängler & Hammer neu errichtet.

 

Kapelle in Schäpingen

Im 13. Jahrhundert wurde die Kapelle erbaut. Sie hatte früher einen Wehrturm, dessen Fundamente heute noch erhalten sind. Eine monumentale Bilderbibel aus dem 15. Jahrhundert zeigt die Lebensgeschichte Jesu. Aus der Gründerzeit stammt vermutlich die roh bearbeitete Einganstür aus Eichenholz mit ihrer Verriegelung.

 

Kapelle in Thune

Die kleine turmlose Kapelle mit kleinen Fenstern hat bis heute kein elektrisches Licht. 1543 wird sie erstmals erwähnt, wurde wohl wie die anderen Kapellen der Kirchengemeinde im 13. Jahrhundert erbaut. Innenraum und Altar sind schlicht gestaltet. Die mit einem Spitzbogen versehene Eingangstür wird von zwei großen Wächtersteinen verziert. Die Glocke von 1493 hängt draußen in einem Glockenstuhl. Früher war sie in der Kapelle angebracht.